Zitat des Tages

The Power of the Future

“The Power of the Future comes from having Ideas of the Future that are different”.

Peter Thiel

Peter Thiel blickt auf die Zukunft in mindestens zweifacher Weise: 1. strategisch-nüchtern: Wie wird die Zukunft wahrscheinlich werden? 2. gestaltend: Wie können und sollen Akteure eine bessere Welt als die heute schaffen?

Vor dem Hintergrund seiner Analyse der vergangenen 16 Jahre in Deutschland als kontinuierlicher Stillstand, als eine endlose Serie von Murmeltiertagen und seiner Sicht auf dysfunktionale Institutionen – Universitäten, Groß- und Megastädte, Konzerne – sind Aufbruchsideen in Deutschland gefragt. Wir tun gut daran, Gleichförmigkeit und Gleichmut über Bord zu werfen, um mit frischen Ideen das Land voranzubringen. Die alten deutschen Prinzipien des 20. Jahrhunderts reichen nicht einmal aus, um den Status quo zu halten.

Aus Fehlern lernen

Priming von Zukunftsperspektiven

Werden Schüler an deutschen Schulen mit reduzierten Perspektiven auf die Zukunft geimpft? Das scheint für die BRD und DDR gegolten zu haben und gilt noch heute. Interessanterweise geschieht das in Geschichtslehrbüchern. 

Die Basisnarrative, die in der Schule eingeübt werden, hat Sabrina Schmitz-Zerres in ihrer Dissertation „Die Zukunft erzählen. Inhalte und Entstehungsprozesse von Zukunftsnarrationen in Geschichtsbüchern von 1950 bis 1995“ untersucht – und zwar sowohl deren inhaltlich-thematische Ausgestaltung als auch den Zulassungsprozess bis zur Veröffentlichung.

Die „zeitgenössischen Zukunftsbeschreibungen” im Geschichtslehrbuch „wirken auf das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft ein, was durch ihre Verwendung in der schulischen Geschichtsvermittlung auch intendiert ist. Es handelt sich bei diesen Narrativen um Deutungen, die die Offenheit von Zukunft reduzieren und ein Geschichtsbild von Kontinuität vermitteln.“ wie der Besprechung durch Wolfgang Jacobmeyer in sehepunkte zu entnehmen ist.

Dystopien

Dystopie ohne Ökonomie

„Das Licht der letzten Tage“ ist ein dystopischer Roman von Emily St. John Mandel, einer kanadischen Schriftstellerin (Jahrgang 1979), die in New York lebt. Die dyssynchron erzählte Geschichte (englisches Original: Station Eleven, 2014) rankt sich rund um den Bühnentod des etwas abgehalfterten Filmschauspielers Arthur und einiger mit ihm verbundener Personen. Das Narrativ ist in zwei Welten angesiedelt: Das ist einerseits die globalisierte Welt mit ihren individuellen Herausforderungen insbesondere rund um das Promi-Dasein des (früheren) Stars und andererseits der Überlebenskampf in der Apokalypse nach der Auslöschung der Menschheit durch eine Grippe-Pandemie insbesondere im Jahr 20 der neuen Zeitrechnung. Beide Welten sind durch Vor- und Rückblenden verflochten, durch die Beziehungen und Kennverhältnisse von Personen sowie durch ein Science-Fiction-Comic, ein Interview und ein Buch als Briefsammlung.