Personen, die mit der Zukunft etwas zu tun haben, finden hier ihren Platz. Dazu gehören Prognostiker, Wahrsager und Vorherseher, aber auch Unternehmer und Künstler.

Ein Beispiel:

Felix Somary (1881-1956) war der Krisen-Seismograph. „Alle Voraussagen, die ich ihn machen hörte, sind eingetroffen …“ urteilte der Schweizer Diplomat und Historiker Carl Jacob Burckhardt. Etwas Unheimliches umgab Somary, der selbst nicht genau erklären konnte, wie er die Krisen voraussah, weil er sie in den Knochen fühlte. „Innere Neigung und das Lebensgeschick haben mich zum politischen Meteorologen bestimmt.

Den Ersten Weltkrieg versuchte Somary durch Verhandlungen über einen Interessenausgleich beim Bau der Bagdadbahn zu verhindern. Das Attentat von Sarajewo durchkreuzte seine kurz vor dem Abschluss stehenden internationalen Ausgleichs- bemühungen. Europa habe im Frühsommer 1914 im Zeichen der erfolgreichen englisch-deutschen Kooperation gestanden, urteilt Somary. 

Die Weltwirtschaftskrise sah der österreichisch-schweizerische Bankier, Nationalökonom und politische Analytiker bereits 1926 heraufziehen. „Die Krise vorauszusehen und danach zu handeln war damals das Wesentliche für den Bankier, es entschied sein Schicksal.

Den lange prognostizierten Zweiten Weltkrieg sah er bereits mit der Sudetenkrise ausbrechen, irrte sich indes, wie er zugab, weil er die Schwäche und Kurzsichtigkeit der Alliierten unterschätzt habe.

Institutionen

Institutionen, die mit der Zukunft etwas zu tun haben, finden hier ihren Platz. Dazu gehören Konjunkturprognosen ökonomischer Institute, Think Tanks mit prognostischen Methoden, Prognose-Institute und Unternehmensberatungen.

Ein Beispiel:

Die RAND Corporation verwendet seit einigen Jahren IT-gestützte Simulationen in Form sogenannter Was-Wäre-Wenn-Szenarien. Hierbei werden komplexe Ursache-Wirkungszusammenhänge mit Rückkopplungen von Analytikern im Zuge einer Hypothese gestützten, iterativen Modellbildung und -verfeinerung entwickelt und von Computern berechnet.

Entscheidender Vorteil dieser Szenarien ist es, dass sie eine Kombination naturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Ansätze erlauben. Dabei geht es nicht darum, ein einziges passendes Modell zu kreieren. Vielmehr werden verschiedene, multikausale Modelle erstellt, getestet und weiterentwickelt. Dazu gehört insbesondere auch zu überprüfen, wie tauglich die Modelle in der Vergangenheit für Prognosen gewesen wären.

Solche Verfahren gehen substanziell über die verbreitete Szenariotechnik hinaus, mit der als reiner Kreativitätstechnik verschiedene Zukunftszustände erdacht werden.