So funktioniert Innovation

Innovation sind das wichtigste Phänomen der modernen Welt. Davon ist Matt Ridley überzeugt. Der britische Journalist und Sachbuchautor, Unternehmer und Adeliger (Viscount), hat ein lehrreiches Buch über Innovationen geschrieben. Eine zentrale Botschaft lautet, dass Innovationen eines mehr alles andere benötigen: Freiheit. Freiheit zum Austausch, zum Experimentieren, Freiheit zum Vorstellen, Investieren und Scheitern, Freiheit von Restriktionen und von (vorschnellen) Konsumenten.

Innovationen entstehen sobald Menschen frei denken können, experimentieren und spekulieren und wenn sie mit einander handeln können. Innovationen entstehen dort wo Menschen relativ wohlhabend sind und nicht verzweifelt. Innovationen entstehen überwiegend in Städten und benötigen Investitionen. Zudem gilt:

  • Innovationen sind der wichtigste Wohlstandstreiber und 
  • Innovationen verändern unser Leben vor allem dadurch, dass sie uns Menschen in die Lage versetzen, für einander zu arbeiten. 
  • Innovation ist meistens ein gradueller Prozess und
  • Innovationen sind sehr unbeliebt.  

Innovationen entstehen in einem Prozess der kontinuierlichen, sukzessiven Entdeckung von Wegen wie die Welt neu geordnet werden kann – sie ähneln damit der Evolution.

Matt Ridley macht deutlich, dass Innovation ein gradueller Prozess ist, an dem viele Menschen beteiligt sind und der durch Versuch und Irrtum gekennzeichnet ist. Wenn die erforderlichen Voraussetzungen vorhanden sind, z.B. Elektrizität, geeignete Drähte und passendes Glas etc., dann findet eine Innovation wie die Glühbirne häufig fast zur selben Zeit an verschiedenen Orten statt.

Erinnernswert ist die Unterscheidung zwischen Invention als Erfindung und Innovation als Nutzbarmachen von Neuem. Zugleich gilt, Innovationen sind überwiegend Rekombinationen vorhandener Technologien, Erkenntnisse und Verfahren. 

Innovation erfolgt spontan

Innovation ist ein Team Sport und benötigt die Beiträge vieler Menschen. Der geniale Erfinder, ob Daniel Düsentrieb oder Leonardo da Vinci, ist eine Seltenheit. Mehr beachtet werden darf die Erkenntnis: Innovation bedeutet vielfach, weniger Ressourcen verbrauchen.

Angesichts der Allzuständigkeit des Staates heute sollte betont werden: Innovation ist ein Bottom-up Phänomen und kann nicht angeordnet werden. Genauso wie der Staat sind große Unternehmen schlechte Innovatoren.

Widerstände gegen Innovationen sind weiterhin mehr verbreitet als gemeinhin thematisiert wird. Dazu gehören:

  • Innovationen verursachen Ängste.
  • Dämonisierung einer Neuerung ist ein Standardwiderstand.
  • Innovationen werden be- und verhindert durch den Staat, Gesetze, Konkurrenten.

MvP: In diesem Zusammenhang lohnt es sich daran zu erinnern, dass der Marktwirtschaft mit ihrer unsichtbaren Koordination eine Schönheit innewohnt, die kaum jemals thematisiert wird. Eine Gesellschaft, die auf Handel, Tausch und rechtmäßigen Verträgen zwischen freien Bürgern beruht, bringt faszinierende neue Produkte hervor. In ihr können neue Regeln für ein besseres Zusammenleben gefunden werden.

Eine organisierte Gesellschaft, eine Zielen unterworfene oder durch detaillierte Regeln und Bürokratie verregulierte Gesellschaft erstarrt hingegen zunehmend.

Matt Ridley: How Innovation Works, 4th Estate, London 2020, 422 S., 18,00 Euro (Taschenbuch)

Please follow and like us:

Reader Comments

Schreibe einen Kommentar