Aus Fehlern lernen

Experten-Staatsversagen vermeiden

In Krisenzeiten tritt Versagen deutlicher hervor als in Zeiten von Wachstum und guter Stimmung. Gleichwohl ist in der Corona-Krise bemerkenswert wenig die Rede vom Staatsversagen. Experten und Politiker geben den Ton an.

In der Wirtschaftspolitik wurden Schwächen und schädlichen Folgen staatlichen Handelns früher regelmäßig aufgezeigt, insbesondere als es noch Lehrstühle für Ordnungspolitik und namhafte liberale Ökonomen gab.

Solange die konkurrierenden Systeme in Ost und West existierten, war das Versagen des sozialistischen Staatsmodells auf der Tagesordnung, insbesondere seitdem die teils dramatischen Konsequenzen unübersehbar wurden – zuvor von einsamen klassisch und neuliberalen Denkern.

Konsequente Liberale, Anhänger der Österreichischen Schule und der Public Choice Schule sind mit Staatsversagen wohl vertraut. Das liegt auch an ihrer praktisch bewährten Bürokratietheorie. Heute sind sie an den Rand gedrängt und gerade auch in Deutschland einflusslos.

Vorsichtig ist geboten, damit man mit der berechtigten und fundierten Kritik all der Missstände, Fehler und strukturellen Unzulänglichkeiten des Systems Staat nicht in eine Negativspirale abgleitet und dort verharrt. Vielfach sind die komplexen Lagen vertrackt. Vielmehr gilt es zukunftsgerichtet an Verbesserungen zu arbeiten. Das können Verbesserungen sein, die Politiker und Bürokraten nutzen können, außerdem sind grundsätzliche Neuerungen angebracht.

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Wer koordiniert besser: der Staat oder der Markt?

Die Frage ist mindestens so alt wie der Sozialismus und der Etatismus. Wer koordiniert besser: der Staat mit seinen Bürokraten oder der Markt mit Unternehmern und Konsumenten?

Die Bilanz ist eindeutig und die Antwort simpel: Kommando- und Kontrollstrukturen haben keine Chance gegen die dezentrale Koordination des Marktes bei der Allokation knapper Ressourcen.

Das Koordinationsproblem löst der Markt mit seinen Institutionen: Preise, Privateigentum, Profit und Verlust und daraus resultierenden Anreizen, Informationen und Innovationen.

Diese Tatsache wirft eine weitreichende Frage auf: Warum erfolgt die Produktion der Impfstoffe durch Unternehmen, deren Verteilung an die Bevölkerung aber nach staatlicher Anordnung?

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Vom wachsenden Unbehagen in der Bevölkerung

Wer beschließt heute die weitreichendsten Eingriffe in unsere alltäglichen persönlichen Entscheidungen? Die Exekutive. Eine Runde, ein Nicht-Gremium, in dem die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten zusammenkommt. Das Volk mit seinen Vertretern muss draußen bleiben. Tragweite und Evidenzmangel der Entscheidungen lassen ein ungutes Gefühl aufkommen – je länger die Praxis anhält umso mehr.

Wer trägt die Verantwortung für die Folgen der Politik? Bei wem kann der Bürger sich beschweren? Was kann man gegen die vermeintliche Alternativlosigkeit der Lockdown-Praxis tun? Menschen sterben, ganz allein. Menschen werden Opfer – der vermeintlich alternativlosen Umstände, gesundheitlich, wirtschaftlich-existentiell. Die Corona-Menschen werden jeden Tag gezählt, die Opfer der Corona-Politik nicht. Die Vereinzelung und Vereinsamung entzieht sich den herkömmlichen Statistiken – Gemeinschaft und sozialer Austausch sind jedoch zentral für ein erfülltes Leben. Und als soziale Wesen verbessern wir unsere Welt, kulturell, wirtschaftlich, technologisch-innovativ, politisch.

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Corona – Lockdown – Corona zurück – Lockdown – Co…

Ein Besuch im Café Hayek lohnt sich immer. Don Boudreaux, langjähriger Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der George Mason University, ist der ungekrönte König der Leserbriefe. Seine Beharrlichkeit wird nur übertroffen von seiner spitzen Feder. Im Café Hayek kann man mediokrer Dauerbeschallung entkommen, muss sich aber libertären Perspektiven stellen.

Außer einem virtuellen Kaffee habe ich aus dem Café einige Links mitgebracht – zum Thema Corona. Also los:

1. Die asiatische Grippe (1957-58) war die zweitschlimmste Grippe nach der spanischen. Weltweit starben an der Pandemie 1 bis 4 Millionen Menschen – zu einer Zeit als die Menschheit nur halb so groß war. Die asiatische Grippe könnte ungefähr fünf mal so tödlich wie Corona gewesen sein und 40% der Tote waren unter 65 Jahre, schreibt Jeffrey Tucker.

Lockdowns wurden damals erwogen, aber abgelehnt. Warum? Lockdowns galten als zu disruptiv und schädlich für die Medizinbranche sowie als ungeeignet, sobald das Virus sich bereits ausgebreitet hatte.

=> Mehr von Jeffrey Tucker beim American Institute for Economic Research

MvP: Im Medizinstudium lernt man, dass es unmöglich ist, sich aus einer Epidemie rauszuimpfen. Nur vorbeugen ist möglich.