Prognosen

Konjunkturprognosen mit begrenztem Wert

Konjunkturprognosen sind regelmäßig dann treffsicher, wenn es keine Trendänderung gibt. Überspitzt ließe sich sagen, dass den Experten die Fortschreibung der Vergangenheit gelingt. Krisen, externe Schocks, Rezessionen, deren Auswirkungen besonders interessant und relevant sind, werden jedoch überwiegend übersehen.

  • Die Wirtschaftsweisen haben in Deutschland lediglich zwei von sechs Rezessionen kommen sehen.
  • Die Finanz- und Staatsschuldenkrise wurde nicht prognostiziert.
  • Auch die Corona-Krise wurde nicht prognostiziert, ihre Auswirkungen korrigiert, z.B. im Gemeinschaftsgutachten 2020.

Je weiter die Prognose in die Zukunft reicht, desto weniger treffsicher fällt sie aus. Das zeigt die Eigenevaluation der Konjunkturprognosen des ifo-Instituts.

2005 lautete ein wissenschaftliches (wirtschaftshistorisches) Urteil, die Politik solle auf Konjunkturprognosen verzichten. Sowohl die Prognosen als auch dern Evaluation hätten sich in den letzten 40 Jahren nichts substanziell verbessert. Die Politik solle die Wirtschaftsforschungsinstitute diesbezüglich nicht mehr subventionieren. Im Grunde gelte das Diktum von Oskar von Morgenstern aus dem Jahr 1928:

Sie sollen die Prognose aufgeben.

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