Bessere Welt

So funktioniert Innovation

Innovation sind das wichtigste Phänomen der modernen Welt. Davon ist Matt Ridley überzeugt. Der britische Journalist und Sachbuchautor, Unternehmer und Adeliger (Viscount), hat ein lehrreiches Buch über Innovationen geschrieben. Eine zentrale Botschaft lautet, dass Innovationen eines mehr alles andere benötigen: Freiheit. Freiheit zum Austausch, zum Experimentieren, Freiheit zum Vorstellen, Investieren und Scheitern, Freiheit von Restriktionen und von (vorschnellen) Konsumenten.

Innovationen entstehen sobald Menschen frei denken können, experimentieren und spekulieren und wenn sie mit einander handeln können. Innovationen entstehen dort wo Menschen relativ wohlhabend sind und nicht verzweifelt. Innovationen entstehen überwiegend in Städten und benötigen Investitionen. Zudem gilt:

  • Innovationen sind der wichtigste Wohlstandstreiber und 
  • Innovationen verändern unser Leben vor allem dadurch, dass sie uns Menschen in die Lage versetzen, für einander zu arbeiten. 
  • Innovation ist meistens ein gradueller Prozess und
  • Innovationen sind sehr unbeliebt.  

Innovationen entstehen in einem Prozess der kontinuierlichen, sukzessiven Entdeckung von Wegen wie die Welt neu geordnet werden kann – sie ähneln damit der Evolution.

Matt Ridley macht deutlich, dass Innovation ein gradueller Prozess ist, an dem viele Menschen beteiligt sind und der durch Versuch und Irrtum gekennzeichnet ist. Wenn die erforderlichen Voraussetzungen vorhanden sind, z.B. Elektrizität, geeignete Drähte und passendes Glas etc., dann findet eine Innovation wie die Glühbirne häufig fast zur selben Zeit an verschiedenen Orten statt.

Erinnernswert ist die Unterscheidung zwischen Invention als Erfindung und Innovation als Nutzbarmachen von Neuem. Zugleich gilt, Innovationen sind überwiegend Rekombinationen vorhandener Technologien, Erkenntnisse und Verfahren. 

Rezensionen

Spekulationen über Hyperintelligenz

Stehen wir am Beginn eines neuen erdgeschichtlichen Zeitalters?

Folgt nach dem Anthropozän, das mit der Erfindung der Dampfmaschine begonnen haben soll, aufgrund der Erfindung der Künstlichen Intelligenz (KI) nun das Zeitalter der Hyperintelligenz?

Werden künstlich intelligente, rasend schnell denkende Wesen (Cyborgs) die Entwicklung der Welt dominieren und uns auf den zweiten Platz verweisen – so ähnlich wie wir Bäume und Sträucher wahrnehmen?

Für James Lovelock lautet die Antwort auf jede der Fragen: ja.
Meine Antwort lautet: Ich weiß es nicht, halte aber ein “nein” stets für realistischer.

Warum?

  1. Amara’s Law: Wir neigen dazu, die kurzfristige Auswirkungen technologischer Entwicklungen zu überschätzen und die langfristigen, allmählichen zu unterschätzen.
  2. Innovation ist ein gradueller Prozess, an dem viele Menschen beteiligt sind, der durch Versuch und Irrtum gekennzeichnet ist, der durch viele Widerstände aufgehalten wird.
  3. KI wird drastisch überschätzt. KI bewegt sich überwiegend auf der stochastischen Ebene mit der Folge, dass nur entlang des Auftrags und der Regeln gelernt werden kann. Weil wir unser Gehirn und unseren Organismus noch zu wenig verstehen, tun wir uns schwer, echte Intelligenz künstlich zu erschaffen.