Aus Fehlern lernen

Priming von Zukunftsperspektiven

Werden Schüler an deutschen Schulen mit reduzierten Perspektiven auf die Zukunft geimpft? Das scheint für die BRD und DDR gegolten zu haben und gilt noch heute. Interessanterweise geschieht das in Geschichtslehrbüchern. 

Die Basisnarrative, die in der Schule eingeübt werden, hat Sabrina Schmitz-Zerres in ihrer Dissertation „Die Zukunft erzählen. Inhalte und Entstehungsprozesse von Zukunftsnarrationen in Geschichtsbüchern von 1950 bis 1995“ untersucht – und zwar sowohl deren inhaltlich-thematische Ausgestaltung als auch den Zulassungsprozess bis zur Veröffentlichung.

Die „zeitgenössischen Zukunftsbeschreibungen” im Geschichtslehrbuch „wirken auf das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft ein, was durch ihre Verwendung in der schulischen Geschichtsvermittlung auch intendiert ist. Es handelt sich bei diesen Narrativen um Deutungen, die die Offenheit von Zukunft reduzieren und ein Geschichtsbild von Kontinuität vermitteln.“ wie der Besprechung durch Wolfgang Jacobmeyer in sehepunkte zu entnehmen ist.

Zitat des Tages

Unerwünschtes Wissen

To some degree, banishing uncomfortable knowledge from the picture was unavoidable, Rayner argued. Faced with a world of irreducible complexity, humans must construct simplified versions of reality in order to act. But when institutions are unable to integrate uncomfortable knowledge into policy making, the consequences can be grave. This is true not just with regard to short-term policy outcomes, but also to the long-term credibility of the institutions.

Uncomfortable Knowledge – The Breakthrough Institute – Ted Nordhaus

Unbequemes, unliebsames, unerwünschtes Wissen entsteht, wenn es vorgefassten Ansichten entgegensteht.

Problematisch wird es in der Politik, deren Handeln viele Menschen betrifft.

Besonders problematisch wird es, wenn Politik respektive der Staat, dessen Zweck die Sicherung des Friedens im Auftrag der Bürger ist, nicht in der Lage sind, unliebsames Wissen zu integrieren.

Aufgabe der Politik ist es, nicht nur auf die kurzfristigen Folgen für eine Gruppe, sondern auch auf die langfristigen Folgen für alle Menschen zu schauen. Das ist das berühmte Diktum von Henry Hazlitt in Economics in one Lesson.