Anders denken

Was wäre wenn …

Was wäre wenn Fragen sind richtig cool. Sie weiten den Horizont enorm und machen scheinbar Undenkbares zu einer Alternative, die besser als befürchtet aussieht.

Man stelle sich vor, der Erste Weltkrieg wäre anders ausgegangen. Ein Beispiel: Die USA hätten nicht eingegriffen und an der Westfront wäre ein Unentschieden die Folge gewesen. Anschließend wäre ein Frieden ausgehandelt worden, der nicht allein von der Siegerpartei bestimmt worden wäre. Das hätte den Verlauf der Geschichte umgewälzt und Hitler wäre Postkartenmaler geblieben.

Auf andere Weise hat darüber Sebastian Haffner räsoniert, der von dem Verlauf bis Ende 1918 ausging, mangels Unterzeichnung des Versailler Vertrags indes eine Besetzung Deutschlands annahm, also eine Entwicklung wie gut 25 Jahre später nur ohne den desaströsen Zweiten Weltkrieg.

Über ungeschehene Geschichte gibt es den gleichnamigen Klassiker von Alexander Demandt, hier auf 2076.

Hier acht Kriege, die die USA nie hätten führen sollen, knapp betrachtet in National Interest.

3 Szenarien

3 Szenarien

Niemand kann wissen, wie die Welt 2076 aussehen wird.

Auch ich weiß es nicht.

Wir Menschen können immerhin Bilder von der Zukunft entwerfen. Eine simple Methode ist die Kreativitätstechnik: Szenarien bilden.

Üblicherweise werden drei Szenarien entworfen: gut – mittel – schlecht.

Gut: Eine glänzende Zukunft erwarten derzeit wohl nur wenige Menschen in Deutschland, Europa, dem Westen. Gleichwohl gibt es auch Anlass zu Optimismus. 2076 könnten weitere Krankheiten ausgerottet sein, wie gerade erst Polio auf dem afrikanischen Kontinent im Jahr 2020. Die Medizin wird (weiter) beträchtliche Fortschritte machen, was den Zahnarztbesuch noch angenehmer macht genauso wie den zum Standard gewordenen Austausch von verbrauchten Körperteilen. Noch mehr Freizeit, gesündere Ernährung, hochwertiges Wohnen und weiter verbesserten Transport von Menschen und Gütern könnte dazu gehören – die virtuellen Welten werten weit entwickelt sein. Die Vernetzung von Wissen und weltweiter Arbeitsteilung hat neue Innovationspotenziale erschlossen und unsere Arbeitswelt verändert. Der Alltag der allermeisten Menschen spielt sich in Städten ab. Wird es nach der großen Individualisierung eine Rückkehr zu mehr Gemeinschaft geben? Mit der Zunahme globalen Wohlstands und der Integration weiter Teile Afrikas wird die Umwelt sauberer sein. Eine wohlhabendere, sauberere und sicherere globale Gesellschaft nimmt Formen an.