Wer koordiniert besser: der Staat oder der Markt?

Die Frage ist mindestens so alt wie der Sozialismus und der Etatismus. Wer koordiniert besser: der Staat mit seinen Bürokraten oder der Markt mit Unternehmern und Konsumenten?

Die Bilanz ist eindeutig und die Antwort simpel: Kommando- und Kontrollstrukturen haben keine Chance gegen die dezentrale Koordination des Marktes bei der Allokation knapper Ressourcen.

Das Koordinationsproblem löst der Markt mit seinen Institutionen: Preise, Privateigentum, Profit und Verlust und daraus resultierenden Anreizen, Informationen und Innovationen.

Diese Tatsache wirft eine weitreichende Frage auf: Warum erfolgt die Produktion der Impfstoffe durch Unternehmen, deren Verteilung an die Bevölkerung aber nach staatlicher Anordnung?

Der Markt würde für eine viel effizientere Verteilung sorgen. Es gäbe die Möglichkeit über den Preis zu koordinieren, der das beste Koordinationsmittel aller Zeiten darstellt. Es gäbe die Möglichkeit, denen die Impfung zuerst zukommen zu lassen, die damit Infektionen vermeiden.

Mit den Worten von Peter Boettke und Benjamin Powell, die sich auf John Cochrane beziehen:

“… access to the vaccine is really not a question of who gets protected first. It is a question of who avoids infection by reducing activities and who avoids infection via vaccine.

Allerdings spielen ökonomische Überlegungen kaum mehr eine Rolle. Das gilt schon für die Lockdown-Politik weltweit, die ökonomisch ineffizient ist und der falschen, größeren Gruppe der jungen, gesunden Bevölkerung von mindestens unter 50 Jahren, wenn nicht unter 60 Jahren, die Lasten des Lockdowns auferlegt. Zugleich ist es die gefährdete Gruppe der Alten und Kranken, die sowohl die Kosten tragen müsste als auch geschützt werden sollte. Beides ist bisher nicht der Fall.

Zusammen mit den gigantischen Staatsausgabenprogrammen wird deutlich, dass

  1. ökonomischer Sachverstand in der praktischen Politik keine nennenswerte Rolle mehr spielt,
  2. die ordnungspolitischen Lektionen des Systemwettbewerbs weithin vergessen wurden,
  3. weiterhin die Vorteile auf gut organisierte, kleine Gruppen konzentriert werden, während die Masse der unorganisierten Menschen die Lasten tragen muss,
  4. in der Kommunikation Moralismus und Privilegismus an die Stelle von vernünftigen, gerechten Abwägungen treten,
  5. die Medien mit ihrer Rolle als Panikorchester sich vom politischen Apparat haben vereinnahmen lassen.

Das Unbehagen dieser Entwicklung nimmt zu, weil zusammen mit anderen politischen Entscheidungen die Politik die Lebensbedingungen verschlechtert. Aufgabe ist es stattdessen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Menschen das Beste aus ihrem Leben machen können.

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